Maitour (Kapitel 29)

„Das hat man nun davon. Da ist man hilfsbereit und kümmert sich um Sachen, mit denen man eigentlich nichts zu tun hat. Und was ist am Schluss? Da ist man der Doofe“, nörgelte Dietmar und schob mir eine Flasche rüber.
„Mmmhhh, stimmt. …Prost! … Trinken wir auf die Schweine. Auf alle Schweine dieser Welt.“ Das fiel mir so spontan ein. Dietmar sah mich kurz nachdenklich an, hob dann aber seine Flasche. Kurz anstoßen, dann wieder schweigen.
„Wo bleiben denn der schäbige Rest?“, wollte ein Sauerländer von uns wissen.

„Keine Ahnung. Wenn ich hellsehen könnte, würde ich mich bei “Wetten, dass..!“ bewerben“, nörgelte Dietmar.
„Ist doch Quatsch. Ich würd‘ mir ‘ne Glaskugel kaufen und mich selbstständig machen“, erklärte der Sauerländer und setzte sich zögerlich neben uns. Er schien wohl, näheren Kontakt zu suchen.
„Bei euch klappt das auch noch. Im Sauerland kannste damit noch Millionär werden. Die glauben da doch jeden Mist“, behauptete Dietmar. Der Sauerländer schien kurz nachzudenken.
„Überleg‘ doch mal. Du kaufst dir ein ordentliches Zelt. Das baust du dann auf der Kirmes und auf euren tausend Schützenfesten auf. Schild davor -“Das Orakel von Welschen Ennest“-oder so ähnlich, und schon rollt der Rubel“, stieg ich ein. Der Sauerländer glotzte mich ungläubig und ganz leicht angetrunken an.
„Ich bin Unternehmensberater. Ich kenn‘ mich mit so was aus, das klappt. Im Sauerland klappt das“, behauptete ich mit ernster Miene.
„Aber ich kann doch gar nicht hellsehen“, fiel ihm dann ein.
„Ist doch scheißegal. Dieser Copperfeld kann doch auch nicht zaubern. Trotzdem ist der Millionär geworden“, ergänzte Dietmar.
„Schon, aber in Amerika und nicht im Sauerland“, kam dann zögernd. Der Typ sah uns fast enttäuscht an.
„Du sollst ja auch nicht zaubern. Der Copperfield ist doch kein Hellseher. In Amerika musst du eben so tun, als ob du zaubern könntest. Im Sauerland …“
„Muss ich so tun, als ob ich…“, unterbrach er mich nachdenklich.
„Genau. Jetzt hast du’s kapiert“, freute sich Dietmar und sah ihn dabei an wie ein Versicherungsvertreter, der einer alten Oma eine Lebensversicherung mit dreißigjähriger Mindestlaufzeit verkaufen wollte.
„Das ist echt ‘ne gute Idee. Im Moment bin ich nämlich arbeitslos. Ich hab‘ schon lange überlegt… wie viel kostet denn so ein Zelt? Ungefähr? Muss ja kein neues sein.“
Der Typ rückte näher und sah uns fragend an. Fragend und ernsthaft. Es lief mir eiskalt den Rücken herunter.
Dietmar wollte wohl gerade nachlegen, als er meinen Blick bemerkte. Er schwieg dann, erhob sich stöhnend und erklärte, uns auch eine Flasche mitzubringen.
„Wie lange bist du denn schon … arbeitssuchend?“, fragte ich den Sauerländer. Der antwortete nicht, sondern blickte nur in die Ferne. Dietmar war schnell zurück. Wir stießen an und tranken dann schweigend.
„Bei uns ist auch schon seit einem halben Jahr Kurzarbeit“, sagte Dietmar. Der Sauerländer sagte nichts, nickte aber. Dann sah er uns an, grinste verkrampft, stand auf und ging.
„Manche sind ganz schön in den Arsch gekniffen“, murmelte Dietmar. Ich schnaufte nur leise und rieb mir die Nase.
„Stell dir vor, das wär‘ ein Ossi gewesen. Der hätte uns das geglaubt. Die haben doch jeden Scheiß geglaubt“, behauptete Dietmar.
„Am Anfang vielleicht. Mittlerweile glauben die gar nichts mehr.“
Ich blickte zu den Zelten hinüber. Der Brandenburger hatte sein zerstörtes Heim inzwischen wieder aufgebaut. Was auch immer er glaubte, Fakt war: Das Ding stand da wieder. So macht man das.
Aber es war ja auch nur ein Zelt.
Axel hatte wohl inzwischen die Küche inspiziert und kam zurück..
„Und? Was machen wir jetzt? Womit füttern wir jetzt die Bande?“
„Würstchen … !“, rief Klemens, „ich hab gesagt, dass wir einfach ein paar Würstchen auf den Grill legen und …“
„Ihr … legt gar nichts mehr auf den Grill“, fauchte Axel genervt.
„Natürlich, wir sind schuld. War ja klar. Da gibt man sich Mühe, kurbelt an dem Scheißding rum, bis man Blasen an den Fingern hat. Hier … guck!“ Dietmar hielt eine Hand hoch. Ich konnte keinerlei Blasen erkennen. Axel sah überhaupt nicht hin. Er schnitzte stattdessen an dem verkokelten Ferkel herum. Charly war inzwischen auch dazugekommen. Gemeinsam suchten wir nach einer pragmatischen Lösung.
„Mit dem Spielzeugmesser kommste da nicht weit. Ich hol‘ mal Werkzeug“, verkündete Charly und holte Werkzeug.
Charly holt immer passendes Werkzeug. Eine Fuchsschwanzsäge und ein Handbeil … fand er diesmal passend. Er krempelte die Ärmel hoch und machte sich ans Werk. Innerhalb weniger Minuten hatte er das Ferkel in zahlreiche Einzelteile zerhackt und zersägt.
„So..“, brummelte er zufrieden, „das packen wir jetzt auf den Grill und dann passt das schon.“
„Ein paar Würstchen dazu…“, rief Klemens.
„Genau. Ein paar Kartoffel in Alufolie…“, ergänzte Dietmar.
„Wir haben keine verdammten Würstchen oder Kartoffeln, wir haben nur verdammte Alufolie“, schrie Axel.
„Oder Maiskolben. Maiskolben gehen auch … mit Alufolie“, meinte Dietmar und blickte sich suchend um.
„Nein verflucht, wir haben auch keine Scheiß-Maiskolben“, schrie Axel,“wir haben nur noch Scheiß-Salatgurken.“
„Scheiß-Salatgurken gehen nicht, noch nicht einmal in Alufolie … oder?“ , fragte Dietmar in die Runde. Wir schüttelten den Kopf.
Fluchend machte sich Axel daran, die Einzelteile des Ferkels zu sortieren. Charly half ihm dabei.
„Soll ich schon mal Kohlen nachlegen“, fragte Dietmar vorsichtig.
„Nein! Lass bloß die Finger weg“, brummte Axel wütend.
Klemens hatte inzwischen seine Kamera hervorgeholt und ein riesiges Teleobjektiv aufgeschraubt. Er marschierte in der Gegend herum und suchte scheinbar die Umgebung nach geeigneten Motiven ab. Er blieb an der Einfahrt stehen und drehte an seinem Objektiv. Er zielte dabei auf die entfernte Straße.
„Da hinten stehen zwei Streifenwagen. Die wollen scheinbar hier reinfahren. Einer kommt jetzt her! “, rief er.
„Verdammt .. los … die R6 muss weg“, brüllte Axel und rannte in Richtung des alten Kastenwagens. Markus erstarrte kurz und rannte dann ebenfalls los.
„Wohin? Wo sollen wir die denn so schnell verstecken?“, schrie er.
Axel stoppte und sah sich hektisch um.
„In den Schweinestall! Los Beeilung!“
Selbst Charly, den sonst nichts aus der Ruhe bringen konnte, selbst der bewegte sich plötzlich schneller. Überrascht, beobachteten sämtliche Anwesenden die hektische Flucht der R6.
„Verstehst du das?“, fragte Dietmar und sah mich verblüfft an.
Eilig rannten wir zum Stall, um die Sache aus der Nähe zu verfolgen. Der Wastl verstand die ganze Geschichte offensichtlich auch nicht. Armschlenkernd eilte er herbei und versuchte scheinbar, nahezu verzweifelt, die überlebenden Schweine vor weiteren unbefugten Eindringlingen zu beschützen.
„Mach die Scheiß-Tür auf! Los mach! Steh‘ da nicht so blöd rum …
mach endlich die verdammte Tür auf!“ , blökte Axel ihn an.
Der arme Wastl rannte aufgeregt hin und her und raufte sich die Pudelmütze. Markus war inzwischen mit seiner R6 am Schweinestall angekommen. Der Wastl turnte vor der Stalltüre herum, wie der Glöckner von Notre-Dame in seinem Glockenturm.
„Mach jetzt auf, sonst erzähl ich deiner Mutter von den Heftchen“, drohte Axel. Entsetzt starrte der Wastl ihn an und begann dann sofort damit, die Tür zu entriegeln.
„Die Heftchen möchte ich aber auch mal sehen“, forderte Dietmar.
Axel keuchte nur und half Markus dabei, die R6 in den Stall zu schieben. Die Schweine quiekten angsterfüllt und laut vor sich hin. Ich glaubte, das bereits vorgeschädigte Jungschwein herauszuhören. Ich fand sogar, dass es besonders ängstlich quiekte. Die Yamaha würde jetzt kurzfristig das fehlende Gruppenmitglied ersetzen. Die Borstenviecher würden sich sicherlich schnell mit ihrem neuen Stallgenossen anfreunden.
Markus war da eher skeptisch: „Ich hoffe, die Biester beißen mir nicht die Reifen kaputt“, stöhnte er, als sie die Stalltür wieder verriegelten.
Der Streifenwagen hatte sich fast lautlos angenähert. Er stoppte in der Einfahrt. Die beiden Sheriffs stiegen aus, setzten sich wichtig ihre Schirmmützen auf und kamen näher. Ihre Blicke schweiften dabei suchend umher.
„Guten Tag. Wer ist denn hier der Verantwortliche?“, fragte der Sheriff mit den schönsten Sternen auf den Schulterklappen.
Mit dieser Frage hatte niemand gerechnet.
„Kommt drauf an?“, antwortete Axel und versteckte seine Bierflasche hinter dem Rücken. Die Polizisten sahen sich schweigend an. Der Reihe nach, musterten sie die Anwesenden.
„Dürfen die das überhaupt? Hier so einfach auftauchen. Das ist doch …? Wie heißt das noch?“, empörte sich ein Brandenburger.
„Landfriedensbruch…!“, rief der Tätowierte aus der hinteren Reihe.
Die Polizisten verzogen keine Miene. Sie berieten sich kurz und einer ging dann zum Streifenwagen. Es sah so aus, als ob er sich über Funk weitere Instruktionen holte.
„Verdacht einer Straftat. Da dürfen wir überall rein“, verkündete der zurückgebliebene Ordnungshüter in der Zwischenzeit.
„Was denn für ‘ne Straftat?“, wollte Charly wissen.
„Sind Sie hier der Eigentümer? Gehört Ihnen das Anwesen?“, fragte der Polizist unbeeindruckt.
„Seh‘ ich so aus? Was soll ich denn mit ‘nem Bauernhof?“, fragte Charly zurück und tippte sich an die Stirn.
„Wastl.. komm mal her!“, rief Axel in Richtung Schweinestall.
Der Wastl beeilte sich, der Aufforderung Folge zu leisten.
„Sind Sie hier der Verantwortliche?“, fragte ihn dann der Polizist.
Der Wastl glotzte ihn ratlos an und wedelte mit den Armen. „Iwoasdogoanetwiasodenniwosisdenix“, brummelte er dabei eingeschüchtert vor sich hin.
„Überfordern Sie ihn bitte nicht. Der bekommt sonst elliptische Anfälle“, erklärte Axel dem Polizisten. Der legte seine rechte Hand scheinbar reflexartig auf seine Kanone und sah den Wastl abschätzend an.
„Wir suchen ein Motorrad mit Leverkusener Kennzeichen“, erklärte der Polizist nun langsam und vorsichtig. Der Wastl reagierte nicht.
„Davon gibt es hier mehrere. Die meisten davon sind allerdings noch unterwegs“, verriet Klemens.
„Welches Modell, ich meine, was für ein Motorrad denn genau, suchen sie denn?“, fragte Klemens vorsichtig.
„Dürfen wir uns hier einmal umsehen?“, fragte der Polizist.
„Hier ist ein Motorrad mit Leverkusener Nummer“, sagte Axel, „ da vorne steht es. Das gehört hier …dem …?“
„Mir …!“, outete sich Dietmar mutig. Sehr mutig sogar, für jemand ohne Führerschein, fand ich. Aber der selbe Brandenburger, der kurz vorher schon aufmüpfig reagiert hatte, müpfte wieder auf.
„Umsehen. Jetzt haben Sie sich umgesehen. Wenn Sie sich weiter umsehen wollen, kommen sie mit einem Durchsuchungsbeschluss wieder. Das ist ein Rechtsstaat hier …“, erklärte der ehemalige Ostbürger den real existierenden Ordnungshütern.
„Hofdurchsuchungsbefehl …! “, krakeelte der Tätowierte. Immer noch aus der hinteren Reihe. Er kannte sich wohl aus.
Die Polizisten rührten sich nicht von der Stelle. Der Wastl schon.
Er begann damit, unruhig hin und her zu laufen. Die ganze Geschichte schien ihn zu überfordern.
„Wenn er gleich umfällt und rumzuckt, dann müssen Sie ihm Erste Hilfe leisten. Haben Sie das schon mal gemacht?“, fragte ich die Polizisten scheinbar besorgt. Die beobachteten den aufgeregten Wastl misstrauisch, aber erkennbar auch ein bisschen ängstlich. Angesichts der unklaren Situation und des drohenden Zusammenbruchs des Verantwortlichen, entschieden sie sich dann für einen geordneten Rückzug.
„Rechnen sie damit, dass wir später noch einmal wiederkommen“, drohte einer der Polizisten vorsichtig. Er sprach aber so leise, dass Wastl ihn nicht hören konnte.
„Vergessen Sie aber den richterlichen Beschluss nicht“, rief ihnen der Brandenburger hinterher. Der hatte entweder zu viele Tatortkrimis gesehen, oder aber, er hatte noch einen gewissen Nachholbedarf. Bei der guten alten Volkspolizei hätte er sich das sicherlich nicht getraut.

Nachdem die Ordnungsmacht verschwunden war, beruhigte sich auch der Wastl langsam wieder. Der Heinz nahm sich seiner an.
„Kein Schnaps!“, rief ihm Axel zu. Der Heinz hob seine Bierflasche bestätigend hoch. Markus tauchte auch wieder auf. Er hatte sich während des Besuchs der Polizei versteckt.
„Was um alles in der Welt, hast du denn jetzt schon wieder angestellt? Warum sucht dich denn die Polizei?“, wollte Ute von ihm wissen. Mütterlich besorgt, aber trotzdem neugierig. Markus schüttelte nur den Kopf.
„Ach was … halb so schlimm. Die spinnen doch“, murmelte er.
Markus war schon eine echte Heimsuchung. Eigentlich war er ein ruhiger und fast besonnener Zeitgenosse. Nur wenn ihn der heilige Zorn packt, dann kennt er kein Halten mehr. Der heilige Zorn packt ihn auch gelegentlich auf dem Motorrad. Aber ich glaube nicht, dass dies als brauchbare Entschuldigung von einem Verkehrsrichter akzeptiert würde.
„Was kann ich denn dafür, wenn die nicht fahren können. Den Einen hab‘ ich ganz sauber ausgebremst. Ganz sauber. Wenn der nicht vom Gas geht, dann ist er doch selber schuld. Der Andere hätte einfach mehr Abstand halten müssen. Und ich dachte noch: Das wär‘ mir aber jetzt zu eng. Und …patsch … da semmelt der dem rein. Die haben sich gegenseitig abgeschossen. Ich dachte immer, die lernen richtig fahren … auf ihrer Polizeischule.“
Das war eine außergewöhnlich lange Rede. Solche langen Reden hält Markus sonst nie. Vielleicht hatte er aber auch nur ein schlechtes Gewissen.
„Du hast zwei Bullenmoppeds versenkt?“, fragte Dietmar ungläubig und sah ihn entsetzt an. Markus schüttelte den Kopf.
„Hab‘ ich doch gerade erklärt. Die haben sich gegenseitig…“
„Is‘ schon klar. Du warst nur zufällig in der Gegend. Fährst gemütlich vor dich hin, denkst an nichts Böses und … patsch … da fahren sich die Bullen gegenseitig über den Haufen.“
„Ganz genau. Ungefähr so …oder so ähnlich.“ Markus nickte.
„Ich dachte immer, die dürfen keine Verfolgungen machen. Hab‘ ich letzte Woche im Fernsehen gesehen. Wenn’s gefährlich wird, dann müssen die abbrechen. Haben die da jedenfalls gesagt.“
Melanie versuchte anscheinend, ihrem Markus beizustehen.
„Stimmt, den Film hab‘ ich auch gesehen“, erklärte Ute.
„Dann ist ja alles klar. Dann brauchst du dem Oberförster nur noch zu erklären, dass seine Kollegen sich nicht an die Anweisungen von RTL 2 gehalten haben. Dafür hat der sicherlich Verständnis. Da hast du ja noch mal Schwein gehabt. Du bist echt ein Glückspilz. Herzlichen Glückwunsch“, ätzte Klemens.
„Das war nicht in RTL, das war in Pro 7“, empörte sich Melanie.
„Na Gottseidank, dann kann ja überhaupt nichts mehr passieren. Dann seid ihr ja auf der ganz sicheren Seite“, stöhnte Klemens.
„Die haben doch deine Nummer. Da kannst du jetzt nur noch… .“
Dietmar versuchte einen Ausweg zu finden. Ausgerechnet Dietmar. Wenn man es aber genau nimmt, wer sonst, kennt sich aus eigener Erfahrung in solchen Situationen besser aus, als eben Dietmar.
„Du musst die Kiste gestohlen melden. Ist doch ganz einfach. Wir machen den Tank leer. Dann schließen wir die Karre kurz. Wir packen sie in den LT, fahren sie im Dunklen hinter das nächste Dorf und schmeißen sie dort in einen Straßengraben. Das sieht dann so aus…“
„Kurzschließen? In den Graben schmeißen? Du spinnst doch. Ich demoliere doch nicht mein Mopped und schmeiße es dann in einen Graben.“ Markus war empört.
„Nee, natürlich nicht. Du fährst damit nach Hause und lässt dich dort verhaften. Die warten dort schon auf dich. Zuerst nehmen sie dir den Lappen ab, wahrscheinlich für fünf Jahre … mindestens. Dann kommst du dran wegen …äähh … Fahrerflucht, gefährlicher Einbruch im Straßenverkehr“, Dietmar ereiferte sich.
„Gefährlicher Angriff im Straßenverkehr?“, fragte Melanie besorgt.
„Eingriff … nicht Angriff. Auch nicht Einbruch. Eingriff. Gefährlicher Eingriff im Straßenverkehr“, korrigierte Klemens wichtig.
„Gefährlicher Eingriff im Straßenverkehr. Das ist, wenn sie bei dir im fahrenden Notarztwagen eine Gehirnoperation durchführen. Obwohl das eigentlich relativ ungefährlich ist. Bei dir jedenfalls.“
Ich fand, dass Klemens ein wenig unsachlich wurde.
Melanie war entsetzt. Diese Sache mit der Gehirnoperation im Notarztwagen, die kannte sie wohl auch aus dem Fernsehprogramm. Dass es so schlimm kommen würde, damit hatte sie nicht gerechnet.
„Einer fuhr über das Kuckucksnest“, bemerkte ich.
„Das ist doch mit Jack Nicholson. Den finde ich gut“, sagte Ute.
„Der Schluss ist aber so traurig“, wusste Melanie.
Womit sie ausnahmsweise einmal Recht hatte.

15 Kommentare zu „Maitour (Kapitel 29)“

  • Na da werden wir mal wieder verwöhnt…
    Zwei Folgen in einer Woche, so könnte es weiter gehen:-)

    Gruß Peter

  • kuhjote:

    Könnte vielleicht- wird es aber nicht. Ich habe lediglich die „technischen“ Probleme gelöst. Natürlich auch nur, was diese Web-Seite anbelangt. Der eigentliche Schaffensprozeß ist davon allerdings unabhängig.
    Zur Zeit beschäftige ich mich (nebenbei) mit der neuen Longlist für den „Deutschen Buchpreis 2010“- rein informativ natürlich. Dabei wachsen dann ernsthafte Zweifel an den eigenen Fähigkeiten. Wenn das der Stoff ist, den die Verlage und Lektoren wollen … dann muss mich wohl erst einmal die große Depression packen.
    Obwohl … je mehr ich von diesem Zeug lese, um so depressiver werde ich.

  • Pfff neee sowat liest man doch nicht…. Was Lektoren und Verleger wollen, sollte aber auch nicht interessieren, sondern das was deine Fansund Leser wollen;-)

    und ich will endlich das zweite Buch für mein Regal, das eine ist sooo einsam, und soll mal an meinen Vermieter verliehen werden….( Warum hat er was dagegen das ich Honda fahre, nur weil er Kühe verkauft? 😉

    Gruß Peter

  • kuhjote:

    Wem es zu lange dauert, bis zum nächsten neuen Kapitel-ich arbeite mich parallel wieder von hinten nach vorne durch. Eigentlich anders herum, von vorne nach hinten.
    Das heißt, dass ich die alten Kapitel durch mittlerweile überarbeitete ersetze. Kenntlich am N hinter der Kapitel-Nummer und am breiteren Satzbild. Leider bleiben gelegentlich noch Umbruch-Bindestriche in einzelnen Wörtern zurück. Das wirkt dümmlich, liegt aber an der Technik dieser Webseite.
    Wem es also langweilig ist, der kann inzwischen wieder von vorne anfangen. Das Zurückblättern ist zwar ein bisschen mühsam … aber nicht zu vermeiden.

  • factorydweller:

    Jau!

    Langsam nähert sich das wieder dem AEW-Humor. Gut, daß ich das Lesezeichen noch nicht gelöscht habe, war kurz davor, aus Langeweile beim Lesen.
    Frohes Überarbeiten und Finden der Wege des Schreibens!!

  • Sabine:

    Was will denn der Verleger lesen ? Gedichte ? Ne lass mal, wir wollen Deine Geschichten lesen. Also leg den Depri mal schnell wieder ak akta.

  • kuhjote:

    Ja…schon klar. Ich habe auch den alten Fehler gemacht und gleichzeitig an einem anderen Manuskript herumgeschrieben. Das färbt ab. In Zukunft werde ich das lassen.
    Immer schön … ein Buch nach dem anderen. Das wird schon wieder …

  • alpenblitz:

    . . . ich bin immer noch gespannt was mit der Sau in Rolf’s Zelt so passieren wird … kommt die noch irgendwie auf den Grill oder planst du noch ’ne Überraschungs-Hochzeit mit den Beiden?? he he mach weiter so ich könnt mich krümeln vor lachen

  • Wie geil ist das denn!

    „Ich fand, dass Klemens ein wenig unsachlich wurde.“

    *spritz*

  • Alter Mann:

    Erst bekommen die Harley-Fahrer ihr Fett weg, dann trampelst Du auf den Ossis herum. Wer ist als nächster an der Reihe?
    Flotte Feder!

  • kuhjote:

    Die Harley-Fahrer bekommen es traditionell immer ab… quasi stellvertretend für die Cruiser und Poser. Die Ossis allerdings-und darauf lege ich Wert-kommen doch relativ gut weg. Ich habe schon darüber nachgedacht, in den nächsten Kapiteln auch noch Alleinerziehende, Homosexuelle, Migranten und Beamte zu verunglimpfen.
    Mal sehen…

  • Dieter:

    .. also bei 1 dieser Kategorien bin ich mt von der Partie beim verunglimpfen und ich hätte da noch die Exfrauen, die Brillenträger, die Warnwestenträger natürlich und die Stammtisch-Vereinsmeier …

  • Andreas:

    …klasse erzählte Geschichte. Ich hoffe es geht bald weiter, der nächste Mai steht ja schon fast vor der Tür..

  • Sabine:

    Ja, wann geht es weiter ??????????????????????

  • Scherry:

    Haste Du wieder super hinbekommen !

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