Maitour (Kapitel 26)

Hiltrud setzte sich zu uns. Rein organisatorisch fehlte uns nun
auch noch ein Guide. Chris war beleidigt abgezogen und würde
wohl auch nicht wiederkommen.
Axel hingegen, war auf dem Weg in gefährliches Gebiet.
Wenn ich sie richtig verstanden hatte, auch noch ohne gültigen
TÜV-Aufkleber. Der war schon etwas länger überfällig.
Ein Jahr etwa.
Nicht ganz ohne Grund, wie sie erklärte. Frank nickte verständnis-
voll. Wenn sich einer mit diesen quengeligen TÜV-Typen aus-
kannte, dann ja wohl Frank.
„Was ist denn eigentlich mit seinem Führerschein?“, wollte Hans-
Jürgen wissen. Der hatte wohl etwas aufgeschnappt. Hiltrud winkte
entnervt ab.
„Im Sommer…!“, seufzte sie.
Wie … im Sommer? Gibt er ihn dann ab, oder bekommt er ihn
dann wieder zurück?“, bohrte Hans-Jürgen weiter.
Keine Antwort … ist auch eine Antwort.
„Vielleicht sollten wir ihnen ein Stück entgegenfahren“, schlug
Klemens vor.
„Am besten nur Leute mit TÜV und Führerschein“, ergänzte Rolf.
„Sicherheitshalber vielleicht auch nur die, die alle Teile eingetragen
haben“, murmelte der Zahnarzt und dachte dabei wahrscheinlich
an sein komisches Hinterrad.
„Genau, die könnten dann eventuell die Polizei ablenken“, fing
Werner wieder an, „ auf sich ziehen … gewissermaßen.“
„Wheelies, hupen, blöd ‘rumblinken und solche Sachen“‚ schlug
Frank vor.
„Ihr seid doch total bescheuert“, stöhnte Hans-Jürgen.
„Was ist jetzt? Wer kommt mit?“, fragte Klemens und sah mich an.
Hiltrud erhob sich zögerlich:“Was ist denn, wenn man seine Ver-
sicherung nicht bezahlt hat?“
„Haftpflicht?“, fragte Frank. Hiltrud nickte.
„Naja … wenn sie ‘ne Abfrage machen?“ Frank kannte sich aus.
Hans-Jürgen schlug rhythmisch, aber nur ganz leicht und eher
demonstrativ, seine Stirn immer wieder auf die Tischplatte und gab
dabei komische Töne von sich.
„Setz dich besser hinten bei mir drauf“, sagte Klemens.
Hiltrud nickte und holte ihren Helm. Ich erhob mich auch und ge-
meinsam gingen wir zu unseren Mopeds. Werner marschierte
heran und umrundete noch kurz seine Fireblade. Kurzer
Systemcheck. Das macht er immer so vor dem Start.
„Gebt ihnen Geleitschutz … und viel Glück“, fabulierte Frank und
legte seine flache Hand an Stirn.
„Ihr wartet hier!“, rief Hiltrud zu den Tischen rüber.
Es blieb ihnen wohl auch nichts anderes übrig. Es war nun ja
niemand mehr da, der sich hier auskannte. Die Nordlichter
wunderten sich zwar, winkten aber dann freundlich zum Abschied.

Klemens fuhr genau nach den Anweisungen seiner Sozia. Wir
kurvten zügig und sehr aufmerksam in Richtung … also ungefähr
in Richtung Laubersdorf. Nach etwa zehn Minuten waren wir auf
einer gut ausgebauten Bundesstraße und auf den Schildern
tauchte Laubersdorf gelegentlich auf. Es war eine dieser Straßen,
auf denen sie gerne lauern. Zahlreiche Büsche und Bäume am
Straßenrand und immer wieder lange und sehr übersichtliche
gerade Etappen.
Hiltrud zappelte herum und wedelte hektisch mit einem Arm. Jetzt
kamen wir wahrscheinlich so langsam in den Bereich, wo die
Rundenzeiten üblicherweise exakt gemessen werden. In der Ferne
konnte ich ein Blaulicht ausmachen. Es näherte sich schnell.
Etwas Anderes näherte sich allerdings noch sehr viel schneller.
Klemens fuhr plötzlich sehr langsam, fast Schritttempo. Er hatte
wohl bessere Augen als ich. Mit einem zwar bekannten, mir aber
doch irgendwie deutlich lauter vorkommenden infernalischen Heul-
ton, schoss eine R6 an uns vorbei. Wenn ich sie nicht gekannt
hätte, ich hätte sie nicht identifizieren können.
Mein lieber Mann, der hatte vielleicht einen Zahn drauf.
Mit deutlichem Abstand aber ebenfalls unter Volllast, folgte ein
Polizeiwagen mit Blaulicht und Sirene. Hinter dem wiederum, eine
Polizei-BMW. Klemens stoppte in einem einmündenden Feldweg.
Ich rollte neben ihn.
„Ach du Scheiße …!“, stöhnte er, nachdem er sein Visier geöffnet
hatte. Hiltrud sagte nichts, sondern starrte mich nur entsetzt an.
„Haha ! Wal … da bläst er!“ Werner riss sich den Helm vom Kopf
und hob die Faust: „Die nächsten Kilometer Knallgas … dann da
hinten auf die Bahn und weg isser!“ Mit feurigem Blick stierte er
hinter unserem flüchtenden Kollegen her und quetschte zitternd
beide Daumen in den Handschuhen zusammen. Der Helm war ihm
vor Aufregung aus den Händen gefallen.
Ich war mir ebenfalls sicher, dass Markus auf die Autobahn auf-
fahren würde. Da fährt er gerne. Vollgas linke Spur und gib ihm.
Nächste Abfahrt dann wieder runter und … Tschüss.
Damit hatte er sich schon einmal gerettet.
Letztes Jahr … da hatte er allerdings gerade eine Nachschulung
hinter sich. Er war damals auf dem Heimweg … vom Nürburgring.
Da hatte er aber auch noch seine Hayabusa. Die hat er dann im
gleichen Jahr noch geschrottet. Straßenbahnschiene in Düsseldorf
bei Tempo FÜNFZIG … ungefähr. Hat sein Anwalt jedenfalls aus-
gerechnet. Er ist wirklich ein Pechvogel, unser Markus.
„Was war denn das für ein BMW? … Fünfer oder? Die Achtfünf-
ziger kriegt sowieso keine Schnitte!“, spekulierte Werner aufgeregt.

Ich meine, was sollte er machen … unser Markus? Anhalten und
den Lappen abgeben? Viel schlimmer kann es nicht werden, selbst
wenn sie ihn packen. Er hatte eben nur diese eine Chance, und die
versuchte er zu nutzen.
Ich weiß nicht, was ich getan hätte?
Unfug … natürlich weiß ich das. Ich hätte brav angehalten und
dann versucht, mich herauszureden. Das hätte ich gemacht. Den
zweifelhaften Mut, mich auf eine Verfolgungsjagd mit der Polizei
einzulassen, den hätte ich nicht. Seien wir doch mal ehrlich.
Andererseits ? Ich hatte auch noch nie sechszehn Punkte auf dem
Konto. Blöde Sache. Der Eine hat Glück … der Andere nicht. Was
soll man machen ?

„Und nun? Jetzt sind wir ihnen ein Stück entgegen gefahren. So
richtig hilfreich war das nicht. Kommt mir jedenfalls nicht so vor“,
fragte ich in die Runde.
Es leuchtete wieder blau. Diesmal aus der anderen Richtung.
„Hat wohl nicht geklappt … mit der Autobahn“, musste ich be-
dauernd feststellen.
Markus heulte wieder heran. Er kauerte geduckt auf seinem Hobel
und schaltete bei hörbarer Maximaldrehzahl blitzschnell in den
nächsten Gang. Diesmal hatte er die Achtfünfziger im Nacken.
Die pfiff allerdings schon gut hörbar auf dem letzten Loch. Der
hatte sicherlich schon alle Kohlen im Feuer, der eifrige Polizist.
„Jaaahhh … Markus … reiß auf! Gib alles …!“ Werner sprang auf-
geregt und hektisch herum. Sein Kopf leuchtete rot und seine
Augen waren weit aufgerissen.
Der Abstand wurde erkennbar wieder größer. Zwei Streifenwagen
mit Blaulicht und Sirene folgten dichtauf. Synchron drehten wir die
Köpfe und versuchten so, unseren flüchtenden Kameraden im
Auge zu behalten. Werner tobte und sprang herum wie ein Dauer-
kartenbesitzer beim Ausgleichstreffer in der BayArena.
Das Heulen der R6 wurde schnell leiser. Auch die Sirenen-
geräusche der Streifenwagen änderten schnell ihre Tonlage. Es
hört sich deutlich friedlicher an, wenn sie sich entfernen.
„Sieht nicht gut aus. Die haben ziemlich aufgeholt. In der nächsten
Runde haben sie ihn“, behauptete Hiltrud.
„Ordentlich fix, der Mopedbulle … soll man nicht glauben. Is‘ doch
nur ‘ne Achtfuzziger. Oder haben die hier unten andere Motoren?“,
wunderte sich Werner und wischte sich den Schaum vom Mund.
Klemens kramte schon mal seine Kamera heraus. Er spekulierte
möglicherweise auf einen weiteren Vorbeiflug.
Einige Motorräder kamen aus der Fluchtrichtung. Sie fuhren ganz
brav in einer Reihe. Axel und die verschollenen Kameraden, so wie
es aussah. Sie entdeckten uns zwar, fuhren aber trotzdem gesittet
weiter. Brav in einer Reihe. Wie eine Gruppe Entenküken hinter
ihrer Entenmutter. Bloß nicht auffallen … war wohl ihr Plan.
Frank wäre ganz sicher, und das mit recht, stolz auf Markus. Mehr
konnte man wirklich nicht tun, um den Feind von den eigenen
Maschinen abzulenken. Ein Held wider Willen. Aber davon soll es
schon eine ganze Menge gegeben haben.
Damals … als Heldentum noch gefragt war.
Das Dumme bei diesen richtigen Helden ist ja nur, dass die
meisten von denen … leider erst posthum dazu erklärt werden.
„Hoffentlich macht er keinen Scheiß…?“, grübelte Klemens. Als ob
er meine Gedanken gelesen hätte.

Wir warteten ab und beobachteten aufmerksam die Straße.
Nichts! Kein Blaulicht, kein Motorrad, nichts. Nur einige wenige
Autos fuhren langsam vorbei. Als sie uns bemerkten, betätigten sie
eifrig ihre Lichthupen. Nett, aber wirklich nicht nötig.
Wir hatten die Helme abgenommen und lauschten aufmerksam.
In der Ferne knatterte es. Das Knattern wiederholte sich in kurzen
Abständen.
„MP 5!“, behauptete Klemens und kniff die Lippen zusammen.
Ein großes Gefühl von Leere machte sich in mir breit. Die eben
noch fast liebliche Landschaft die uns dort umgab, wirkte plötzlich
fast bedrohlich. Wir standen dort wie auf dem Präsentierteller.
Es war natürlich Unfug, was Klemens da von sich gab. Aber ganz
automatisch werden dann doch verschüttete Reaktionsmuster
aktiviert.
„Nimm bloß den hässlichen Schädel runter, sonst ist da gleich ein
Loch im Helm. Besser Kuhscheiße im Gesicht, als eine Kugel im
Kopf. Tiefste Gangart … das heißt … mindestens zehn Zentimeter
unter der Grasnabe… die Nase zieht dann eine Furche. Blabla…“
Ich hörte plötzlich wieder die sich überschlagende Stimme meines
Gruppenführers während der Grundausbildung. Das war lange her.
Es gibt allerdings Situationen, die vergisst man nie.
Was haben die uns damals durch den Dreck gescheucht. Es war
mitten im Kalten Krieg. Nach der festen Überzeugung unserer
Ausbilder, war täglich mit dem Einmarsch der Russen zu rechnen.
Dementsprechend ernsthaft, wurden wir auf diesen Fall vor-
bereitet. Deren manifeste Wahnideen wurden für uns schon nach
wenigen Wochen zur Realität. Wahnsinn scheint unter bestimmten
Umständen, tatsächlich ansteckend zu sein. Als wir eines Nachts
mit lautem hektischen Gebrüll aus dem Schlaf gerissen und uns
mitgeteilt wurde, dass der erwartete Großangriff des Warschauer
Packs vor einigen Stunden begonnen hätte, hegten wir keinerlei
Zweifel am Wahrheitsgehalt dieser Aussagen. Mit geschultertem
Maschinengewehr rannte auch ich zu den bereitstehenden Uni-
mogs. Fest entschlossen, die angeblich geschlechtskranken Mot-
Schützen-Horden aus der sibirischen Tundra, gemeinsam mit dem
Rest der NATO, am Rande des Teutoburger Waldes zu stoppen.
Zum Glück war es mal wieder nur eine Übung. Unsere aus-
gelutschten Unimogs wären sehr wahrscheinlich noch nicht einmal
bis Bielefeld gekommen. Ja, so war das damals.
Ein bisschen was, bleibt immer hängen. Traumatische Jugend-
erlebnisse hinterlassen eben ihre Spuren.

„Die fackeln nicht lange, die haben wahrscheinlich das Nummern-
schild erkannt“, mutmaßte Klemens. Er sah mich schweigend an.
„Jetzt mal ganz langsam. Wir sind hier in Bayern, nicht in
Tschetschenien. Verhältnismäßigkeit der Mittel … schon mal ge-
hört?“
So schnell verfalle ich nun wirklich nicht mehr in Panik. Wer einmal
bereit und entschlossen war, sich den anstürmenden sowjetischen
Panzerarmeen entgegenzustellen, der lässt sich von ein paar
bayrischen Dorfpolizisten nicht den Schneid abkaufen.
Meine demonstrative Gelassenheit, schien Klemens zu erzürnen.
Er hängte seine Kamera über den Lenker, sah mich heraus-
fordernd an und zerrte dann an seiner Jacke herum. Er zog einen
Arm aus dem Ärmel und hielt mir seine Schulter hin.
„Hier, siehst du das? AK 47 … Schulterstütze. Da habe ich nicht
schnell genug die Hände gehoben. Weißrussische Miliz. Letztes
Jahr. Ruckzuck ist die Oberlippe fusselig. Wo lebst du eigentlich?“
„Jedenfalls nicht in Weißrussland. Haben die dir vielleicht auch
noch auf die Rübe gehauen? Du bist hier im falschen Kino. Hier
läuft nicht Rambo … hier läuft nur ein Feuerwehrfest.“
Hiltrud konnte der Diskussion nicht ganz folgen.
„Hier gibt’s keine Russen. Die wohnen alle in der alten Schule in
Hermersheim. Die sind aber nicht gefährlich. Fromme Leute.
Irgend so eine Sekte. Mormoniten oder so ähnlich.“
„Nee, is‘ schon klar. Der hat nur Wahnvorstellungen. Lasst uns zurückfahren.
Wer weiß, auf welche Ideen die anderen Verrückten sonst noch kommen.“
Klemens lamentierte noch ein wenig herum. Elfter September,
Globalisierung, Internationaler Terrorismus … und so ein Zeug.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich eigentlich geglaubt, dass er die
meisten seiner fünf Sinne noch beieinander hatte. Aber ich hatte
mich wohl getäuscht. Der war mindestens genauso beknackt wie
Werner. Mindestens…!

Wir fuhren zurück zum Gasthof. Als wir ankamen empfing uns
Melanie ganz aufgeregt und mit erwartungsvoller, aber gleichzeitig
auch ängstlich besorgter Miene.
“Und …? Was ist mit Markus?“ Sie sah uns der Reihe nach an.
„Tja…!“, sagte Klemens und schüttelte den Kopf.
„Was ist denn? Habt ihr ihn gesehen?“ Sie war ganz aufgeregt.
„Kurz. Zweimal allerdings. Dann war er weg“, erzählte Hiltrud.
„Wie weg? Wo isser denn hin?“
„Tja …!“, wiederholte Klemens und richtete den Blick gen Himmel.
Melanie sah ihn fragend und verständnislos an.
Axel und die Verirrten kamen heran.
„Die haben ‘ne Straßensperre aufgebaut. Ein paar Kilometer weg
von da, wo ihr gestanden habt. Da isser ganz sicher nich‘ durch-
gekommen. Also ich wär‘ jedenfalls nich‘ durchgekommen“, gab
Dietmar zu.
„Du bist ja auch ein Weichei. Der Markus is‘ da durch. Da halte ich
jede Wette“, tönte Werner und eilte heran.
„Wie viel?“, fragte Klemens und streckte die Hand aus.
„Auf welcher Seite stehst du eigentlich?“, empörte sich Werner.
„Joaahh … da simmer dabei …“, begann Dietmar mit einem be-
kannten Stimmungslied und schien die ganze Sache etwas ent-
spannen zu wollen. Völlig unpassend irgendwie, aber trotzdem mit
Erfolg. Melanie wirkte jedenfalls nicht mehr erschüttert, sondern
nur noch besorgt. Das ist dann doch schon ein kleiner aber
wesentlicher Unterschied.
„Wenn ihr meine Meinung hören wollt..?“, begann Hans-Jürgen.
„Nöö … !“, grinste ihn Dietmar herausfordernd an.
„ …mir ist das alles hier zu blöd“, fuhr Hans-Jürgen ungerührt fort,
„wir sind hier um die Gegend kennenzulernen und um uns ein paar
schöne Tage zu machen. Wenn ihr unbedingt Ärger haben wollt,
dann aber ohne uns. Wir wollen jetzt weiter. Ende und aus.“
„Wir? … Wer ist denn wir und wer will denn unbedingt Ärger?“,
wollte Dietmar wissen. Er hatte sofort wieder von Pausenclown auf
Krawallmacher umgeschaltet. Hans-Jürgen funkelte ihn wütend an
und drehte sich um.
„O.K Leute, wir fahren. Los kommt!“ Fast alle Leute, die noch an
den Tischen saßen erhoben sich. Teilweise etwas zögerlich, aber
doch eindeutig. Eine eindrucksvolle Demonstration von Führungs-
stärke.
„Das gibt’s doch nicht“, staunte Dietmar. Er staunte aber sehr leise.
Fast unhörbar. Genau genommen sogar lautlos. Ich konnte es nur
von seinem Gesicht ablesen. So ist das eben, wenn man den
Kürzeren zieht. Dann hält man besser die Klappe. So schlau ist
Dietmar allemal. Allerdings auch ziemlich nachtragend. Bei der
nächsten sich bietenden Gelegenheit wird er kontern. Die beiden
Kontrahenten trugen ihre Dauerfehde schon seit Jahren aus. Mal
gewinnt der Eine, dann verliert der Andere. So wird das wohl auch
noch die nächsten Jahre weitergehen. Alles nur Spaß … aber
trotzdem ernsthaft ausgetragen. Machokram … wahrscheinlich.
Rolf zog mich zur Seite. Er sah die Sache wahrscheinlich ähnlich.
„Klemens glaubt, dass die Polizei auf Markus geballert hat“,
flüsterte ich, um Melanie nicht zu erschrecken.
„Echt? Der hat doch wohl den …“ Rolf sah mich fragend an.
„Den Knall? Doch den hat er gehört. Das waren aber irgendwelche
Fehlzündungen, wenn du mich fragst. Der hat Wahnideen.“
Rolf schüttelte den Kopf und blickte vorsichtig zu seiner Harley
herüber. Marina stand dort schon bereit. Er stöhnte leise.
„Was hast du denn heute Abend vor? Du willst doch nicht etwa
ernsthaft …?“ Ich grinste ihn fragend an. Er wirkte etwas un-
schlüssig.
„Was soll ich denn machen?“, grübelte er.
Ich klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter. Rolf nickte zer-
knirscht und ging langsam zu seinem Elefanten. Ich hatte in
diesem Moment wirklich Mitleid mit ihm.
Ein bisschen jedenfalls.

9 Kommentare zu „Maitour (Kapitel 26)“

  • kuhjote:

    Nicht etwa, dass ich die diesjährige Maitour bereits überstanden hätte. Die beginnt erst am Donnerstag dieser Woche. Ich hielt es lediglich für eine gute Idee, dieses letzte fertige Kapitel noch schnell zu posten. Man weiß ja nie. ***

  • Norbert:

    Endlich geht´s weiter! Und wieder mal traumhaft geschrieben, auch wenn die Verfolgungsjagt etwas übertrieben scheint.
    Bei dem Gedanken an Euere bevorstehende Maitour werd´ ich richtig neidisch.

  • khhbus:

    hallo
    sehr gut das es jetzt weiter geht,bin immer am schauen aber jetzt wirds wieder
    und nach deiner tour wird hier bitte weiter geschrieben,sonst sind wir aber traurig
    nebenbei SCHÖNES WETTER für deine tour
    gruß
    Karl-Heinz

  • Hammerstory! Ich weiss, warum ich gern alleine fahre 😉

    Bitte um mehr! *bettel*

  • Jaaahaaaa…ich weiß. Aber ich muss jetzt jeden Buchstaben auf die Goldwaage legen. Charlys Frau hat mich detailliert über sämtliche Vorfälle im Saunaclub befragt. Charly hat zwar alles abgestritten, das hat sie ihm aber nicht geglaubt. Melanie soll sich nach meiner Adresse erkundigt haben, was ja im Prinzip kein Problem wäre, aber ich glaube nicht, dass sie mich alleine besuchen möchte. Ihre neuen Freunde sollen angeblich Harleys fahren und Kutten tragen. Der Heinz ist im Schützenverein und soll dort schon mein Porträt auf diverse Zielscheiben geklebt haben. So ganz treffsicher soll er aber nicht sein. Deshalb verwendet er immer groben Schrot. Sauposten…munkelt man. Es könnte also eng werden … in den nächsten Tagen.

  • Dieter:

    Falls Du Unterschlupf benötigen solltest, um für einige Zeit
    unterzutauchen und um Deine Geschichten aus dem Untergrund
    weiterschreiben zu können ….

  • Vielen Dank, Dieter.
    In gewisser Weise mache ich das ja schon.
    Im Moment teste ich die nächsten Folgen zunächst im Forum der Rheinlandbiker.
    Dort bin ich auch deshalb untergekrochen, weil mich mein altes Stammforum plötzlich nicht mehr leiden konnte. Das scheint überhaupt mein Schicksal zu sein, viele alte Freunde wenden sich plötzlich von mir ab. Wenn ich nur wüsste, woran das liegt.

  • Tut mir leid, dass er dir so ergeht 🙁 Zumal man die Leute ja wirklich nicht identifizieren kann, wenn man nicht eh dabei war. Vielleicht schreibst du besser anonym irgendwo anders weiter (und löscht diesen Satz nachdem du ihn gelesen hast)?

  • Nein, ist doch nur Spaß. Niemand wendet sich ab. 🙂
    Aber das Verhalten ändert sich. In Zukunft werde ich sicherlich deutlich kreativer sein müssen. Die Figuren haben sich allerdings inzwischen deutlich von ihren Vorbildern entfernt. Die haben sich völlig anders entwickelt. Das ist auch gut so.

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