Maitour (Kapitel 22)

Hiltrud, als die Mutter der Veranstaltung, hatte dann doch ein Ein-
sehen mit ihren derart ungewollt präsentierten Gästen. Sie ver-
scheuchte die erbärmlichen Spanner und befahl dem Wastl die
ausgehobene Stalltür wieder einzuhängen.
Rolf und ich versuchten dann noch, die um ihren eigenwilligen
Lustgewinn gebrachten Schwestern ein wenig zu besänftigen.
Vergeblich, die Damen bemächtigten sich ihrer Kleidungsstücke
und verschwanden wortlos.
„Wie …? Kein Abschiedsküsschen?“, rief Rolf noch hinterher.
„Sieht nicht so aus. Das war dann ja wohl eher …“, begann ich.
„Hau mir bloß ab, mit dem blöden Fesselkram. Das ist doch total
für’n Arsch. Wer denkt sich denn bloß so ’nen Mist aus.
Jetzt sag ‚ mal ehrlich. Was bringt das denn?“, empörte er sich.
Hiltrud sah uns an und schüttelte entsetzt den Kopf. Dann rannte
sie schnell hinter den Schwestern her.
„Ist doch wahr. Normalerweise … ruckzuck die Waldfee. Abfüllen,
einlochen, abhauen. So läuft das. Un‘ nich ‚ so ’n blödes Theater
… Sadomaso … so ’n Scheiß … oder etwa nich‘?“
Rolf regte sich wahrscheinlich auch deshalb so auf, weil ihm
gerade bewusst wurde, welch neugierige Fragen wir nun beim
nächsten Frühstück beantworten müssen … höchstwahrscheinlich.
„Hätte ja auch klappen können … ich meine rein theoretisch“, ver-
suchte ich die ganze Sache etwas zu beruhigen.
„Na klar. Super … rein theoretisch. Rein praktisch haben wir jetzt
die Arschkarte. Nu‘ stehen wir da wie die Deppen.“
„Was machst du mich so an? Das war doch nicht meine Idee. Wer
wollte hier denn unbedingt den großen Master of Desaster geben?
Ich doch nicht. Jetzt heul‘ bloß nicht ‚rum hier!“
Wir beschlossen dann, den Rest vom Schützenfest doch noch mal
etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht ging ja noch
was. Rein technisch gesehen waren wir ja noch voll funktions-
tüchtig. Psychologisch zwar leicht angeschlagen, aber trotzdem …

Die Reaktionen, der im rein juristischen Sinne nicht mehr ganz ge-
schäftsfähigen Teilnehmer der Veranstaltung, waren erstaun-
licherweise eher positiv. Klemens und Dietmar klopften uns be
wundernd auf die Schultern. Die Vorstellung hatte ihnen wohl zu-
gesagt.
Barbara und ihre komische blonde Freundin äußerten sich nicht.
Wenn ich ihre Blicke aber richtig deutete, wäre ein Versuch unter
Umständen nicht ganz aussichtslos gewesen. Aber weder Rolf
noch mir, stand der Sinn nach langatmigen Diskussionen.
Diese beiden Mädels waren eher etwas für Leute mit viel Geduld.
Unsere Geduld war schon mehr als ausreichend strapaziert
worden … an diesem Abend.
Ich tauschte trotzdem einen schnellen Blick mit meinem Freund.
„Hau bloß ab … ey!“, kam dann auch sofort.
Alles klar. Er schien die Sache ähnlich zu sehen.
„Was hab‘ ich gehört? Ihr habt wieder die Sau abgegeben?“, wollte
Hans-Jürgen lallend wissen und schob uns eine Flasche rüber.
Irgend so ein Kräuterschnaps. Ich organisierte ein paar Gläser und
wir nahmen uns einen, auf den Schrecken. Wir hatten uns aus rein
technischen Gründen ja bisher ziemlich zurückgehalten.
„Jetzt mal ganz im Ernst. Meinst du es macht Sinn, wenn wir jetzt
noch … ein paar Lesben angraben?“, wollte ich von Rolf wissen.
Der goss sich noch mal nach und sah sich orientierend um.
Die Frage hätte ich mir auch schenken können.
Jeder halbwegs normal gestrickte Mensch hätte sich nun ordent-
lich einen hinter die Binde gegossen … und … Ende der Ver-
anstaltung. Jeder hätte dafür Verständnis. Ehrlich gesagt, mir war
auch danach. Wir hatten es versucht, es hatte nicht geklappt …
mehr kann man nicht machen.
Rolf ist da anders. Gelegentlich habe ich auch schon an seinem
Verstand gezweifelt. Wenn es um realistische Gewinnchancen
geht, da fehlt ihm einfach die Notbremse.
Wir waren früher gelegentlich im Spielcasino. Wenn man da drei-
mal hintereinander die richtige Farbe trifft. Schön … ein netter Ge-
winn. Da sagt man leise „Danke“ …. packt den achtfachen Einsatz
ein und geht. Man vielleicht … aber nicht Rolf. Was dreimal geht,
das geht auch viermal. Und was viermal geht …!
Naja, mittlerweile meiden wir Spielcasinos. Hin und wieder mal
eine kleine Pokerrunde … unter Freunden. Versteht sich.
Da hat man dann auch die Möglichkeit zum ‚All in‘. Ein Spielzug,
den man gelegentlich praktizieren kann. Gelegentlich!
Rolf geht fast immer ‚All in‘. Mit drei Assen oder mit zwei Paaren …
allerdings auch mit einer einzigen Dame oder einer einzigen be-
scheuerten Neun. Mal gewinnt er … mal verliert er. Aber eines
kann man ihm ganz bestimmt nicht nachsagen. Nämlich, dass er
es nicht jedes Mal bis zum Äußersten ausreizen würde. Wenn
eigentlich nichts mehr geht, dann legt Rolf immer noch Einen nach.
So kenne ich ihn … und so mag ich ihn. So ist er eben.
Und weil er so ist, kann er eben nicht anders.
‚All in‘ als Lebensmaxime … Alles oder Nichts. Solche Leute
werden gewöhnlich vom zuständigen Gerichtsvollzieher am
Nasenring durch die Manege geführt. Wenn man es jetzt nur mal
rein wirtschaftlich betrachtet.
Verkehrstechnisch gesehen … enden solche Kandidaten früher
oder später, als schwer zu entfernende biologische Beimengung,
in den traurigen Überresten ihrer jeweiligen Fahrzeuge.
Bisher hat es Rolf erstaunlicherweise immer wieder geschafft,
sowohl einen engeren Kontakt mit dem geldgierigen Vollstrecker,
als auch die ultimative Begegnung mit den ebenso veranlagten
‚Men in Black‘ zu vermeiden.
Wie gesagt, wenn eigentlich nichts mehr geht … dann versucht er
es trotzdem. Es ist erst dann vorbei, wenn es vorbei ist.
Das Ding war gelaufen. An diesem Abend war das Ding gelaufen.
Ganz eindeutig und ohne jeden Zweifel.

„Sag‘ schön „Guten Abend“ zu Marina“, forderte er mich auf.
„Guten Abend, Marina“, antwortete ich gehorsam.
Marina war kräftig, Marina war ziemlich besoffen … und Marina war
scheinbar nicht lesbisch. Wieso war ich mir da so sicher?
Nun, weil Marina eine Hand in seiner Hose hatte.
„Wieso hast du deine Hand in seiner Hose?“, fragte ich Marina.
Es fiel mir bereits ein wenig schwer, meine Worte verständlich zu
formulieren. Meine Zunge gehorchte mir nicht mehr in der üblichen
und gewohnten Art und Weise. Ich war wohl ein wenig der Wirkung
des Kräuterschnapses verfallen. Allerdings machte sich die
Wirkung dieses Gesöffs, bei mir noch nicht ganz so ausgeprägt
bemerkbar wie bei Hans-Jürgen. Der lag nämlich mit dem Kopf auf
der Theke und gab nur gelegentlich völlig unverständliche Laut-
äußerungen von sich. Das fiel nicht weiter auf, denn er war nicht
der Einzige, dem es so erging.
„Die sind doch sonst alle besoffen“, beantwortete Marina meine
etwas indiskrete Frage. Womit sie allerdings recht hatte.
„Sie hat gesagt, dass sie sonst nicht einschlafen kann“, erklärte
Rolf. Auch er klang bereits ein wenig angeschlagen.
Ich sah mir Marina etwas genauer an. Sie war wohl die Ersatz-
gitarristin. Auf der Bühne hatte sie sich immer ein wenig im Hinter-
grund gehalten. So aus der Nähe wurde mir auch klar … warum.
„Das ist mein Kumpel, wir machen immer alles zusammen“,
brabbelte Rolf und verzog schmerzerfüllt das Gesicht.
Gitarristinnen haben wohl berufsbedingt etwas kräftigere Finger.
„Naja. Alles nicht. Wir machen nicht immer alles zusammen. Nur
manchmal …“, versuchte ich mich aus der Affäre zu ziehen.
„Stell dich nicht so an. Is‘ doch für ’nen guten Zweck“, lallte Rolf.
„Genau … stell dich nicht so an. Komm, lass mal sehen“, forderte
Marina mich auf, und machte dabei ein Gesicht, wie eine Politesse
die meinen Parkschein kontrollieren will.
Lass mal sehen! Das hatte zuletzt, ein in Ehren ergrauter Hautarzt
zu mir gesagt. Jetzt auf das Objekt bezogen … meine ich.
Das ist lange her, und der Grund für diese Aufforderung hat so
ähnlich ausgesehen wie diese Marina.
Nicht etwa, dass ich grundsätzlich nicht zeigefreudig wäre. Da geht
es mir nicht anders, als der Mehrheit meiner Geschlechtsge-
nossen.Im Prinzip … immer gerne. Aber das war ja wohl wirklich
ein Zacken zu … direkt. Das war mir echt zu direkt. Da kann ich
nicht drauf. Da wollte ich auch nicht drauf. Nicht auf Marina.
Die würde ihn nicht bekommen. Noch nicht einmal, wenn sie mir
fünfzig Euro dafür bezahlen würde.
Das hatte nun überhaupt nichts damit zu tun, dass ich zu dieser
späten Stunde vielleicht nicht unbedingt die sagen wir mal … die
optimalen Entfaltungsmöglichkeiten hatte. Wobei Entfaltung, die
Sache ziemlich genau beschreibt. Daran hat es nicht gelegen, be-
haupte ich jetzt mal … so aus der zeitlichen Distanz.
Ich vermute mal, dass es Rolf auch nicht besser ging. Vielleicht
war das ja auch der Grund, warum sie so fordernd auftrat.
Die sah allerdings auch nicht so aus, als ob sie diese neu-
modischen Frauenzeitschriften regelmäßig lesen würde.
Ich bleibe dabei. Einiges war früher wirklich besser. Auch wenn
das jetzt vielleicht ein wenig konservativ klingt.

Nachdem sie ihren Griff gelöst und kurz davongewankt war,
rüttelte ich kräftig an Rolfs Schulter.
„Nee, wirklich nicht. Das muss ich nicht haben. Das musst du
alleine machen. Sei doch mal ganz ehrlich … dagegen waren die
Schwestern doch Schönheitsköniginnen.“
Rolf glotzte mich verständnislos und desinteressiert an. Die
Kopulationsautomatik war bei ihm angesprungen und hatte ganz
offensichtlich alle fest installierten Virenschutzprogramme außer
Kraft gesetzt. Rolf wurde eindeutig von der ganz alten Basissoft-
ware gesteuert. Alles was aufrecht oder leicht gebückt geht und
nach Fisch riecht … wird dann gnadenlos angesprungen. Der
Kriterienkatalog umfasst dann noch nicht einmal mehr als zwei
Zeilen.
Damit das jetzt nicht unverschämt rüberkommt … das mit dem
Fisch. Dieses ganz alte Programm meine ich. Aus der Prä-
romantik. Also aus der Zeit, wo der ganz gewöhnliche Urmensch
noch auf der Flucht vor den Sauriern war. Höhle, Lagerfeuer und
kein Duschgel. Diese Zeit.
Rosenmontag, wenige Minuten, bevor die letzte Kneipe schließt,
da hat man gelegentlich solche Ausrutscher. Aber da gelten auch
andere Maßstäbe. Die Mädels sind da auch verkleidet, teilweise
extrem hässlich verkleidet.
Die hier war nicht verkleidet … aber trotzdem extrem … anders.
Wenn die ausgepackt wird, dann bleibt die Überraschung aus.
Die klassische “W.Y.S.W.Y.G“ -Situation
What you see is … what you get.
So sah das wohl auch Klemens. Den hatte ich spontan gefragt, ob
er nicht vielleicht Lust hätte den zweiten Mann zu machen.
„Oaahhh … ich bin Ästhet“, lallte er entsetzt.
„Is’ doch egal. Dann spritzte eben ein bisschen mehr … vorher“,
mischte sich Dietmar ein. Klemens glotzte ihn verständnislos an.
„Der ist Ästhet … kein Athlet und auch kein Diabetiker“, stöhnte
ich.
„Ach so … ich will auch nicht. Frag‘ mich bloß nicht“, nuschelte
Dietmar und klammerte sich an der Theke fest.
„Kein Mensch fragt dich. Und überhaupt … was habt ihr nur alle.
So schlecht ist die doch auch wieder nicht“, wehrte sich Rolf.
Wir blickten ihn schweigend an. Rolf drehte sich beleidigt zur Seite.
„Hömma … jetzt mal unter Freunden“, begann Klemens.
„Ihr habt doch keine Ahnung, die hat ’ne Bombenfigur.“
Rolf verteidigte seinen Fehlgriff mit allen Mitteln. Ich nahm meine
Brille ab und hielt sie meinem Freund hin. Der ignorierte meine
freundliche Hilfestellung aber demonstrativ.
„Da bräucht‘ ich Viagra … aber intravenös. Die dreifache Portion.
Aber vielleicht kann die Kopfstand … dann kannste ihn reinhä …“
Dietmar verschluckte den Rest, denn das Objekt der Frotzelei kam
zurück. Leicht schwankend aber weiterhin unternehmungslustig.
„Keine richtigen Männer mehr hier …?“, krächzte sie.
„Pffhhh …“, zischte Dietmar und wandte sich ungelenk ab.
Klemens und ich zeigten gleichzeitig mit dem Finger auf Rolf.
„Na los … komm!“, kommandierte sie und griff blitzschnell zu.
Rolf verzerrte schmerzerfüllt das Gesicht. Das Traumpaar ver-
schwand dann in Richtung Zeltplatz.
„Mein lieber Schwan …!“, stöhnte Klemens.
„Booahhh .. habt ihr gesehen, was die für ein …?“, entsetzte sich
Dietmar, und versuchte der leeren Kräuterlikörflasche noch ein
paar Tropfen zu entlocken.
Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen. Da muss er
nun durch, der gute Rolf.
Dietmar machte sich auf die Suche nach alkoholischen Extrakten.
Er untersuchte die Restbestände am Tisch der Sauerländer. Dort
herrschte mittlerweile Ruhe. Charly hatten sie inzwischen mit drei
Mann und unter dem Kommando seiner Ehefrau abtransportiert.
Der Heinz lag mit dem Kopf auf dem Tisch und schnarchte.
Der Finalkampf hatte mit einem eindeutigen Unentschieden ge-
endet. Weitere Flüssigkeitsmengen hätte man den Finalisten nur
noch mit einem Schlauch einfüllen können. Same procedure …

Dietmar wurde fündig und schleppte stolz eine angebrochene
Flasche Leberkleister an. Vierzig Umdrehungen … oder so.
„Hier, ich hab‘ noch Hörnertee gefunden“, lallte er zufrieden.
Wenn nichts mehr geht, Hörnertee geht immer noch. Die raffinierte
Kräutermischung unterdrückt zuverlässig den Brechreiz. Mit dem
Sauzeug kann man den Selbsterhaltungstrieb außer Kraft setzen.
Der Heinz und Charly geben sich damit zum krönenden Abschluss
immer die Kugel. Ich hatte noch nicht die notwendige Bettschwere.
Die Ausdünstungen der Mitbewohner des Heubodens hatte ich
schon in der Nase. Das hält man nur aus, wenn man vorher den
Geruchssinn außer Kraft setzt. Dietmar und Klemens leisteten mir
dabei Hilfestellung.
Der Weißweintisch war menschenleer. Diese Weicheier hatten sich
wohl schon zur Ruhe begeben. Nur einige Brandenburger und
Nordlichter bevölkerten noch gemeinsam mit zwei Bandmitglieder-
rinnen und Hiltrud den Festsaal. Das Ende des heutigen Abends
war in Sicht.
Plötzlich tauchte Jerome mit völlig zerzauster Frisur und Schlaff-
alten im Gesicht in der Türe auf. Er schien entsetzt zu sein.
„Eine Frau. Da schleppt der ’ne Frau in unser Zelt. Ich hab‘ schon
geschlafen und da hat die mich … da hat die mir … is ‘ja eklig …
’ne Frau … baahhh.“ Jerome sah uns mitleidheischend an. Das
muss ein Schock für ihn gewesen sein.
„Sei froh, dass im Zelt kein Licht ist“, tröstete ich ihn.
„Doch, der hat die‘ Taschenlampe angemacht“, jaulte Jerome.
„Ach du Scheiße … hier, trink einen auf den Schreck“, meinte
Klemens mitleidig und schob dem zitternden Jerome ein Glas
rüber.
„Wisst ihr, was ich zuerst gedacht habe?“, fragte Jerome, immer
noch mit Entsetzen in den Augen.
„Ja … ich glaub‘ schon. Trink schnell aus!“, tröstete ich ihn.
„Die war fast nackt. Schrecklich, ganz schrecklich …“ Jerome
kippte sich mit zitternden Händen den Kräuterlikör in den Hals und
hustete.
„Hör mal, Jerome. Die sind nicht alle so. Manche sind auch ganz
… also mehr was fürs Auge. Verstehst du?“, versuchte ich ihn zu
beruhigen.
„Das ist echt ekelhaft. Wie könnt ihr da nur …?“Er schüttelte sich.
Was soll man da sagen? Irgendwie hatte er ja recht. Obwohl in
diesen Darkrooms … die sind auch nicht ganz ohne Grund – dark.
Keine Ahnung, was da so abgeht. Ich weiß es nicht, und ich will es
auch gar nicht wissen. Sollen sie doch alle machen, was sie
wollen.
Ich hatte genug für diesen Abend. Ich erhob mich leicht
schwankend und erklomm die Treppe zum Heuboden. Dort oben
roch es wie erwartet nicht nach Veilchen … aber was soll’s …
immer noch besser als in Rolfs Zelt. Der arme Jerome.

4 Kommentare zu „Maitour (Kapitel 22)“

  • Flaabes:

    Lieber Kuhjote, du hast dir offene Kritik gewünscht: Ehrlich gesagt wird es mir mittlerweile etwas zu (dirty) sexlastig. Vom Anteil am Gesamttext her und auch von der – wie soll ich sagen – Ausprägung her.

    Und die drei Pünktchen werden sehr inflationär gesetzt. Mich persönlich stört dass immer ein wenig im Lesefluss. Weniger finde ich da mehr, zumal das Stilelement verwässert wird.

    Ansonsten großes Lob. Bin gespannt, wie es weitergeht.

  • kuhjote:

    Hallo Flaabes,

    deine Kritik ist angekommen. Der etwas inflationäre Gebrauch der … fällt mir nun auch auf. Ein guter Hinweis. Die etwas triebhaften Verhaltensweisen der Figuren entsprechen durchaus meinen Erfahrungen. Aber … irgendwann reicht es auch mal.
    Das sehe ich ganz ähnlich. Ich werde also die Herrschaften ein wenig zügeln müssen.
    Leider, oder eher erstaunlicherweise, entwickeln die Figuren nach einer gewissen Zeit eine Art Eigenleben. Ein noch weitgehend ungeklärtes Phänomen.
    Dies wird immer wieder von allen möglichen Autoren bestätigt.
    Es ist aber tatsächlich so … man verliert nach einer gewissen Zeit ein wenig die Kontrolle über die Protagonisten. Da werde ich wohl mal ein Machtwort sprechen müssen.

  • Ati:

    Da der Vorredner es eigentlich schon auf den Punkt gebracht hat, sag ich mal nix mehr dazu *g*

    Nachdem ich nun mal die ganzen Kapitel ausgedruckt und auf den Bahnfahrten intravenös zu mir genommen habe, muss ich so eine komisches Ost-West-Gefühl konstatieren. Trommelmarsch und Fähnchenwinken sind mal nicht unbedingt Eigenheiten der „Ossis“. Sie sind Ossis und keine Wessis . Und das ist gut so. Karnevalslustigkeit, oder das was man in den „alten“ Bundesländern dafür hält, sind nicht jedermanns Sache. Berliner können damit meist nix anfangen (so innerlich gesehen).

    Immerhin haben sich die Brandenburger in der Geschichte zumindest (noch) nicht komplett als Nappel dargestellt.

    Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Also in diesem Sinne … weiter gehts.

  • kuhjote:

    Karnevalslustigkeit…ein schöner Begriff. Damit können nicht nur Berliner nichts anfangen. Es ist allerdings ein Phänomen, welches man hinterfragen sollte. Die Unterschiede zwischen den Stämmen….Ossis, Wessis, Bayern, Rheinländer …taugen allemal um damit zu spielen. Ich habe auch überhaupt kein Problem damit, gelegentlich Klischees zu bemühen. Das erspart oftmals langatmige Erklärungen und trifft peinlicherweise meistens den Nagel auf den Kopf. Politisch korrekt geht es auch im wahren Leben eher selten zu. Nach meiner Erfahrung jedenfalls.
    Auch während der Enstehungsphase von „Bikerhotel“ gab es gelegentlich Vorbehalte und Kritik. Speziell wenn es um „angebliche“ landsmannschaftliche Eigenarten ging.
    Ein weites Feld … und irgendwie faszinierend. Dagegen ist die alte Genderkiste so etwas von abgedroschen, da muss man schon mit der ganz groben Kelle drangehen um damit noch einen Hund hinter dem Ofen vorzulocken.
    Aber warum nicht? Wenn’s verlangt wird…***

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