Maitour (Kapitel 3)
Treffpunkt sollte also wie immer, der Burger-King Parkplatz an
der Autobahnauffahrt sein. Am Donnerstag der nächsten Wo-
che. Pünktlich um neun Uhr.
Dieser Donnerstag war ein Feiertag. Das wird gerne so ge-
macht bei den Maitouren. Irgendeinen Feiertag mit einbauen.
Macht ja auch Sinn.
Wie immer hatte ich in der letzten Woche einen neuen Auftrag
bekommen. Selbstverständlich eilig und ganz wichtig.
Die Sache lag zwar schon länger in der Luft und ich hätte in
den letzten Wochen eigentlich genügend Zeit gehabt, um die
meisten Dinge vorzubereiten. Aber es wurde wie üblich bis zur
letzten Minute gewartet, um dann natürlich wieder ordentlich
Hektik zu verbreiten. Am besten alles gleichzeitig und bis ges-
tern. Wer noch nicht genug Probleme hat, der macht sich eben
schnell noch welche.
Genau so hatte ich das dem Projektleiter am Telefon gesagt.
Der druckste herum wie immer, konnte aber angeblich auch
nichts dafür. Es kann nie irgendjemand etwas dafür. Die Dinge
fallen plötzlich vom Himmel und alle wundern sich dann immer.
Ich wundere mich schon lange nicht mehr.
Heute war Freitag.
Das bedeutete, dass ich noch das ganze Wochenende und
volle drei Tage Zeit hatte. Das würde zwar nicht ausreichen,
aber die anderen Teammitglieder sind mit Sicherheit auch nicht
schneller. Die wichtige Besprechung wird sich dann also in die
übernächste Woche verschieben.
Nur merkwürdig, dass ich das jetzt schon weiß, während alle
anderen so tun werden, als ob der Zeitplan einzuhalten wäre.
Die Auftraggeber werden wieder toben, der Projektleiter wird
wieder mindestens 27 Ausreden vorbringen und alle werden
fluchen. Die Dinge würden den üblichen Gang gehen.
Charly nickte verständnisvoll, als sich ihm von meinem Stress
erzählte.
Charly macht sich keinen Stress. Entweder er kommt, oder er
kommt nicht. So kennt man ihn und man holt ihn trotzdem im-
mer wieder. Charly ist ein Universalhandwerker. Er kann alles
und er macht alles. Alles, was irgendwie mit Umbauten, Einbau-
ten und Reparaturen in Altbauten zu tun hat.
Charly ist Praktiker … ich bin Theoretiker. Trotzdem verstehen
wir uns prächtig.
Mir reichte es für diesen Tag. Ich klopfte auf Holz, winkte fröh-
lich in die Runde und machte Rolf das “Wir-telefonieren“- Zei-
chen. Er nickte und sülzte dann weiter auf Melanie ein.
Es geht eben nichts über eine gute Vorbereitung.
Während ich zurück zu meiner Wohnung fuhr, ging ich im Kopf
die Checkliste durch. Die BMW war einsatzbereit, das Zelt ir-
gendwo im Keller … und die restlichen Klamotten ebenfalls.
Genauso wie ich sie im letzten Jahr dort deponiert hatte. Falls
die Heinzelmännchen die Batterien nicht ausgetauscht hatten,
würde die Taschenlampe also wieder nicht funktionieren. Den
Schlafsack hatten sie höchstwahrscheinlich auch nicht ge-
waschen und ausgelüftet … und was den Rest der Camping-
ausrüstung anging … na ja, wir werden sehen.
Im Dachgeschoss brannte Licht.
Das fehlte mir gerade noch. Meinhard war wieder im Lande.
Meinhard ist mein Vermieter. Nicht so ein Vermieter wie man
ihn sich üblicherweise vorstellt. Meinhard ist anders. Ganz an-
ders.
Also, es ist fast unmöglich in Stichworten zu beschreiben wie
anders er ist. Und vor allem, warum er so ist.
In stundenlangen Gesprächen, meistens bei ausgedehnten
Nachtwanderungen, haben wir uns ausgiebig ausgetauscht.
Für jeden Außenstehenden ist sofort erkennbar … Meinhard ist
verrückt. Im wahrsten Sinne des Wortes stimmte das auch.
Aber eben nur oberflächlich betrachtet.
Genau genommen ist er ein Genie.
Meinhard studiert seit seinem achtzehnten Lebensjahr.
In den letzten Jahren irgendwo in Süddeutschland. Dort hat er
auch ein kleines Zimmer in irgendeinem Wohnheim der dorti-
gen technischen Universität.
Mittlerweile ist er Fünfundvierzig. Er hat diverse Diplome er-
worben und ist studentischer Mitarbeiter in allen möglichen
Fachbereichen. Überwiegend in Bereichen, die irgendetwas mit
Informationstechnologie und der Entwicklung von hoch-
komplexer Software zu tun haben. Ein Computerfreak wie aus
dem Bilderbuch.
Die Mutter aller Computerfreaks.
Er schläft am Tage und ist dann eben extrem nachtaktiv.
Das weiß ich deshalb so genau, weil meine Wohnung genau
unter seiner liegt. Obwohl der Begriff Wohnung für sein Labor
eigentlich nicht ganz zutreffend ist. Aber Meinhard hat vor eini-
gen Jahren dieses Haus geerbt und es gehört deshalb ihm. Da
kann er immerhin im Dachgeschoß machen, was er will. Und
das macht er auch.
Wir kommen gut miteinander aus. Ich gehe selten vor ein Uhr
Nachts schlafen. Das ist dann für gewöhnlich auch die Zeit, in
der Meinhard hellwach ist. Er ist extrem menschenscheu und er
sieht auch so aus. Seine sonstigen Gewohnheiten sind eben-
falls … gelinde gesagt … ungewöhnlich. Aber es würde zu weit
führen, hier im Detail auf diesen wirklich absonderlichen Zeit-
genossen einzugehen.
Außerordentlich brauchbar ist er allerdings, wenn jemand ir-
gendwelche Probleme mit Computern hat.
Welche Probleme auch immer das sein mögen, Meinhard stürzt
sich mit Feuereifer darauf und findet in kürzester Zeit ein Lö-
sung.
Besonders verblüfft war ich, als ich einmal die neue Geheim-
zahl meiner neuen Bankkarte nicht mehr finden konnte. Mein-
hard hat nur milde gelächelt.
In seinem Dachgeschoss liegen unzählige Platinen und andere
Elektronikteile herum. Ständig lötet er irgendwelche exotischen
Bauteile zusammen oder er verbindet einzelne Komponenten
miteinander.
Er hat auch keinen ordentlichen Rechner. So einen Computer
mit Gehäuse und Tastatur, wie ihn wohl jeder normale Mensch
hat.
Je nach Bedarf verbindet er irgendwelche Platinen mit Kroko-
dilklemmen und beobachtet dann unverständliche Zeichen-
kolonnen auf irgendwelchen Monitoren. Bedieneroberflächen
braucht er nicht. Windows ist für ihn überflüssiger Schnick-
schnack. Dummfug … nennt er solche Hilfsprogramme.
Meine Geheimzahl hatte er in weniger als fünf Minuten heraus-
gefunden. Wie er das gemacht hat, wollte er mir nicht verraten.
Eine seiner Arbeitsgruppen arbeitet wohl gerade an neuartigen
Verschlüssellungsalgorithmen für die Bundesbank.
Ach ja, der Meinhard.
Es gäbe noch eine Menge Dinge über ihn zu berichten. Aber
wir wollen es mal dabei belassen.
Er fährt nämlich nicht mit bei der Maitour. Und darum geht es ja
schließlich in dieser Geschichte.
Es war Freitagabend und es gab noch viel zu tun.
Ich sollte vielleicht doch noch einmal kurz bei Simone anrufen.
Außerdem musste ich über das Wochenende eine Menge Ta-
bellen und sonstigen Kram entwerfen. Meinhard würde in spä-
testens zwei Stunden wieder durch sein Dachgeschoß tigern
und die Möbel verrücken. Ach ja, und neue Batterien für meine
Taschenlampe brauchte ich auch noch.
Probleme über Probleme.
Mein Handy meldete sich.
„Ich bin’s“, erklang eine trockene Stimme. Vorwurfsvoll, leicht
hektisch und nur zu bekannt. Ein Problem hatte ich offenbar
völlig vergessen. Es war mein Tochterwochenende.
Ich bin’s … war die Mutter. Die Mutter meiner Tochter, meine
Exfrau. Mir blieb auch nichts erspart.
„Ich muss arbeiten, das wird ziemlich knapp dieses Wochen-
ende“, versuchte ich es.
Das war natürlich völlig zwecklos.
Ganz im Gegenteil, damit lieferte ich ihr nur Munition. Ich hätte
es andersherum versuchen sollen. Freude und Ungeduld äu-
ßern.
Dann hätte sie mir mit Sicherheit mitgeteilt, dass es an diesem
Wochenende leider nicht klappen würde. So lief es nun natür-
lich nicht.
Morgen früh … nicht später als sieben Uhr … sollte ich sie ab-
holen. Und am Sonntagabend wäre sie erst ganz spät wieder
zurück. Wenn ich mich schon sonst um nichts kümmern würde,
dann könnte ich wenigstens an diesen wenigen Wochenenden
ein bisschen Zeit opfern.
Na klar … das hätte ich mir ja denken können.
Und ich solle mich bloß nicht unterstehen, das arme Kind wie-
der zu diesem Verrückten zu lassen. Nach dem letzten Aufent-
halt bei mir hätte sie nämlich mit so einer komischen Fern-
bedienung mit eingebauter Taschenlampe versucht, bei sämt-
lichen Nachbarn die Sendereinstellungen der Fernseher zu
verändern. Es muss wohl auch teilweise funktioniert haben.
Ich erinnerte mich kurz an das Projekt Hochleistungs-Infrarot-
Beamer, mit dem sich Meinhard zuletzt beschäftigt hatte. Einer
der Prototypen war irgendwann verschwunden. Das war aber
nicht so schlimm, da es sich um ein bereits verbessertes Vor-
läufermodell gehandelt haben soll.
Eigentlich ein geheimes Forschungsprojekt. Es ging wohl um
Störstrahlung zur Ablenkung von infrarotgesteuerten Lenk-
raketen. Meinhard hatte hektisch sein gesamtes Dachgeschoss
umgegraben, nur um dieses Teil wiederzufinden. Aber es blieb
verschwunden. Derartiges und ganz ähnliches Equipment, fuhr
Meinhard ständig in seinem alten Fiat-Kastenwagen spazieren.
Der schleppte oft ein Zeug in sein Dachgeschoss … da konnte
es einem Angst und Bange werden.
Ich fragte dann meine Ex noch vorsichtig, ob sie diese Fern-
bedienung nicht vielleicht mit in den Rucksack packen könne.
Das ging aber wohl nicht, weil sie die ihrem merkwürdigen
persischen Nachbarn überlassen hatte. Der hatte sich wohl
außerordentlich interessiert an dem Ding gezeigt. Der soll wohl
auch ziemlich viel Ahnung von Technik haben.
Da werden sich die Amis aber schwer wundern, beim nächsten
Golfkrieg.
Eigentlich ist Meinhard ein Pazifist. Aber rein aus wissenschaft-
licher Neugier würde er möglicherweise auch eine Atombombe
im Garten hinter dem Haus zünden. Natürlich nur eine ganz
kleine … aber er würde es wahrscheinlich tun.
Aber ich hatte im Moment ganz andere Probleme.
Lustlos aber gezwungenermaßen machte ich mich an meine
Tabellen. Eigentlich eine kreative Tätigkeit, weil ich völlig neue
Masken zusammenstellen musste. In diesen Tabellen würde
ich dann alle Parameter auflisten und miteinander verknüpfen.
Bei solchen Tätigkeiten vergeht die Zeit wie im Flug. Es klopfte
leise an der Tür.
So leise klopft nur Meinhard.
Ich sah auf die Uhr … kurz nach drei … klar.
Meinhard grinste verlegen und zog seine alte Cordhose noch
ein wenig höher in Richtung seiner Achselhöhlen.
„Hi … vielleicht hättest du mal einen kleinen Moment Zeit?“
Auch die Zeit ist relativ, sagt Einstein. Das wusste Meinhard mit
Sicherheit auch. Der weiß eine Menge Dinge, die Einstein auch
wusste.
„Ich muss aber um sieben Uhr meine Tochter abholen“, antwor-
tete ich. Somit hatte ich das relative Zeitfenster ziemlich exakt
zwischen zwei Orten verankert. Meinhard erfasste die Lage
sofort. Die Physik ist seine Welt. Es ging auch nur darum, eine
Satellitenschüssel exakt zu positionieren. Einer hockte dazu auf
dem Dach, das war ich … und der andere gab genaue An-
weisungen. Das war Meinhard.
Es macht mir eigentlich nichts aus, auf dem Dach zu hocken.
Aber nicht unbedingt nachts … um kurz nach drei.
Es war natürlich auch keine gewöhnliche Satellitenschüssel. Es
war, wie immer, ein ganz besonderes Spezialteil, eine Mein-
hard-Spezial-Satellitenschüssel. Er erklärte mir kurz, was es
damit auf sich hatte. Ich verstand kein Wort. Es ging wohl um
modulierte oder emulierte Mikrowellenstrahlen, Datenüber-
tragung, Verschlüsselung, Satelliten … was weiß ich.
„Hoffentlich nicht so ein Star-Wars Zeug!“, ächzte ich, als ich
wieder durch das Dachfenster hereinkletterte.
Meinhard antwortete nicht. Ich bemerkte ein daumendickes
Kabel, das von einem großen Kasten direkt zur Antenne führte.
Es war nicht das einzige Kabel, aber es war ungewöhnlich dick.
Der Kasten war erkennbar ein Trafo und Meinhard hatte diesen
Trafo direkt mit dem 380-Volt-Anschluss am ehemaligen Kü-
chenherd verbunden.
Wenn schon … denn schon.
Hier wurde offensichtlich ein wenig mehr Strom benötigt.
Nur gut, dass ich einen Laptop habe. Immer wenn Meinhard
derartige Gerätschaften in Betrieb nahm, kam es regelmäßig zu
oftmals länger andauernden Stromausfällen im gesamten Haus.
Aber es ist ja sein Haus … und er kann hier so viele Haupt-
sicherungen zerschießen, wie er lustig ist.
Es hätte überhaupt keinen Sinn gemacht, irgendwelche sicher-
lich auch begründeten Befürchtungen zu äußern. Meinhard
macht, was er für notwendig hält. Irgendwann wird er die ganze
Bude in die Luft jagen. Ich kann nur hoffen, dass er das macht,
wenn ich nicht da bin.
Aber es wird irgendwann in einer Nacht passieren, soviel ist
sicher.
Da ich mir nicht sicher war, wie viel Energie der eifrige Mein-
hard in der folgenden Nacht aus dem Verbundnetz des RWE
entnehmen und über seine Spezialantenne in den Himmel ja-
gen würde, beschloss ich doch lieber vorsichtig zu sein.
Meine Tochter wollte ich keinesfalls einem Bombardement aus
hochenergetischer Mikrowellenstrahlung aussetzten. Nach ei-
nem kurzen Telefonat mit meiner Schwester hatte ich einen
geschützten Ort für meinen hoffnungsvollen Nachwuchs ge-
funden. Da gab es auch in etwa gleichaltrige Spielkameraden,
und überhaupt … wozu hat man denn eine Familie.
Vorher nur noch kurz ein paar Spiele für diese Konsolen aus-
leihen. Natürlich nur, um damit den Kindern die Möglichkeit zu
geben, ihre feinmotorischen Fähigkeiten zu verbessern. Oder
ihre musikalischen Talente zu erproben … oder weiß der Teu-
fel, welche wichtigen pädagogischen Funktionen diese Konso-
len sonst noch so haben.
Mehr kann man nicht tun, um die nächste Generation an das
wirkliche Leben heranzuführen.
Jedenfalls nicht, wenn man arbeiten muss und deshalb aus-
nahmsweise mal keine Zeit hat für … Spaßbäder, Streichelzoos
oder ähnliche Einrichtungen. Klar würde das wieder Ärger ge-
ben, mit der Ex. Aber den gibt es sowieso.
Deshalb … ein paar Stunden aufs Ohr legen und dann wieder
ran an den Laptop. Hoffentlich werde ich vorher nicht im Schlaf
gegrillt. Von Meinhard und seiner Mikrowellenkanone.
Meinhard verschonte mich.
Dragoslav nicht.
Er ging mit Inbrunst mal wieder seiner Lieblingsbeschäftigung
nach. Dazu verwendete er natürlich sein Lieblingswerkzeug.
Eine Flex.
Manche sagen dazu auch Trennjäger. Seine Lieblingsbe-
schäftigung besteht darin, vierrädrige Kraftfahrzeuge aller Art in
ihre Einzelteile zu zerlegen und dann wieder zusammenzu-
schweißen. Ich habe nie so ganz verstanden, warum er das
macht.
Wenn er wenigstens aus defekten Fahrzeugen wieder brauch-
bare machen würde, dann könnte ich darin wenigstens einen
Sinn erkennen. Aber es ist eher umgekehrt.
Mit der Flex wütet er zum Glück nur, wenn seine Frau das Haus
verlassen hat. Samstags geht sie wohl immer länger weg. Meis-
tens so gegen Mittag.
Dragoslav eilt dann sofort mit seiner Höllenmaschine herbei
und flext drauflos, dass es nur so kreischt. Mit dem Ding könnte
man wahrscheinlich Tote wieder zum Leben erwecken.
Was man aber mit hundertprozentiger Sicherheit damit machen
kann, ist … noch lebende Schlafende erwecken.
Früher habe ich gelegentlich den Trick mit der Sicherung in der
Garage probiert. Aber das hat er immer ziemlich schnell ge-
merkt.
Man sollte einen unkalkulierbaren Charakter aus dem ehe-
maligen Jugoslawien nicht übermäßig reizen. Nicht, wenn man
ein Auto und ein Motorrad besitzt, und dieser Typ seine ziem-
lich destruktiven Neigungen seit Jahren voll auslebt. Bisher
zwar nur an seinen eigenen Fahrzeugen … aber man weiß ja
nie.
Andererseits ist er eigentlich gar nicht so übel.
Dragoslav ist Frührentner und war vorher Schlosser oder Me-
tallbauer. Jedenfalls hat er seine Vorliebe für Metall aller Art
beibehalten.
Er zerteilt, schweißt, lötet und schraubt an allem herum, was er
in die Finger bekommt. Es muss eben nur aus Metall sein.
Seine Frau kommt erfahrungsgemäß immer nach etwa drei
Stunden zurück. Meinhard beginnt hoffentlich nicht vor Mitter-
nacht mit seinen Experimenten.
Damit hätte ich etwa eine Zeitspanne von acht Stunden, um
zwischen dem ohrenbetäubendem Gekreische der Flex und
dem zu erwartenden völligen Blackout der Haustechnik meine
Sachen zu erledigen.
Das ruhige Leben auf dem Lande stellt man sich im All-
gemeinen deutlich ruhiger vor. Meinhard und Dragoslav
könnten sich aber wahrscheinlich nirgendwo anders derartig
ausleben.
Ich sollte vielleicht umziehen.
Aber ich habe keine Lust umzuziehen.
Meistens geht’s ja auch. Aber manchmal!?
Der Sonntag war dann ruhiger.
Meinhard schien technische Probleme zu haben … irgendein
Bauteil war wohl durchgebrannt und er konnte es nicht so ein-
fach ersetzen. Sonntags konnte er sich leider auch keine Er-
satzteile beschaffen, sodass er nun wahrscheinlich ein biss-
chen Zeit übrig hatte.
Das kam mir eigentlich ganz gelegen, auf diese Art konnte ich
sein Talent ein wenig für meine Zwecke nutzen. Leider erst am
späten Abend, aber immerhin.
In der Zwischenzeit konnte ich einiges fertig bekommen. Bei
Simone meldete ich mich dann doch auch mal kurz. Ich redete
mich mit Arbeit heraus und bedauerte zutiefst, an diesem Tag
überhaupt keine Zeit zu haben. Ein wenig stimmte das ja auch.
Aber manchmal geht es eben wirklich nicht.
Den Rücktransport meiner Tochter zu ihrer böse lauernden
Mutter erledigte ich auch noch. Schade, dass ich so wenig Zeit
hatte. Aber sie laufen ja nicht weg. Wenn eines sicher war,
dann das.
Zurück am Laptop stieß ich auf Probleme. Eine Anwender-
Software, die ich verwenden musste, war unnötig kompliziert,
wie ich fand.
Meinhard bastelte in Windeseile ein Hilfsprogramm, mit dem ich
dann unter Umgehung sämtlicher Masken, komplette Dateien in
meine Tabellen einfügen konnte. Sehr beeindruckend.
„Ein Problem, das man exakt beschreiben kann, kann man
auch exakt lösen. Wenigstens dann, wenn es sich um ein rei-
nes Softwareproblem handelt.“
Das behauptet er nach wie vor und bestätigt diese These im-
mer wieder.
Mein Problem hatte er gelöst und ich hatte dadurch sehr viel
Zeit gewonnen. Diese Zeit würde ich auch brauchen, denn es
war bereits schon wieder Montag.

hallo Michael
hatte gedacht es ging nicht weiter aber ich muss festellen du kannst es ja doch noch gut geschrieben und mach bitte nicht solange PAUSEN
viele grüße
Karl-Heinz
Sorry … wegen der langen Pausen. Aber ich bin dabei einen kleinen Vorrat anzulegen. Das Ziel ist es, mindestens ein Kapitel pro Woche zu posten. Das sind jeweils etwa 8-10 Buchseiten. Deutlich mehr als vorher im Forum. Da es jetzt etwas ausschweifender wird als im Bikerhotel, traue ich mich auch nicht mehr, dieses neue Machwerk in einem reinen Motorradforum zu posten. Der Vorteil ist allerdings … dass dann auch niemand mehr als Testleser missbraucht werden kann.***
na das wird mit sicherheit noch lustig werden. ein etwas verrückter profesor und ein jugo, der bestimmt noch irgendetwas zu schiessen im keller hat und bestimmt nicht glücklich ist wenn das haus explodiert.
Halt … Halt. Das soll doch schon noch einmal eine Motorradgeschichte werden. Die Entwicklung des Umfeldes folgt einer bestimmten Strategie. Der Protagonist muss mal so langsam eine Vita bekommen. Wer weiß, was sich da in ferner Zukunft noch so alles entwickeln wird. Deshalb … nur Geduld. Das wird schon.***
ah also doch eine moped geschichte!!! und ich dachte mopedfahren spielt nur am rande eine rolle. na unser schreiber wird das schon zu unserer zufriedenheit richten, da bin ich mir sicher.
Hi Michael,
schöne Geschichte, ganz im alten Kuhjoten-Stiel.
Weiter so. Ich fühle mich übrigens nicht als Testleser mißbraucht (im GS-Forum).
Wir hatten doch alle mächtig Spaß mit deiner Geschichte.
Viele Grüße
Udo